Stadtsparkasse: SPD Fraktion stimmt Fusionsverhandlungen zu

Die SPD Fraktion hat der Aufnahme von Fusionsverhandlungen der Stadtsparkasse mit der Spar­kasse Saarbrücken zugestimmt.
Die Entscheidung, die nach Plan der Stadtverwaltung bereits in der Sitzung vom 17.März hätte fal­len sollen, wurde auf Antrag der SPD Fraktion vertagt und am vergangenen Mittwoch in einer Son­dersitzung getroffen.

Die SPD kritisierte die sehr kurzfristige Vorlage dieses Tagesordnungspunk­tes und nutze den Aufschub, um sich intensiv zu beraten und beraten zu lassen.


Die Stadtsparkasse Völklingen steht mit ihren über 80 Mitarbeitern und einem Überschuss von 465.000 Euro (2014) gesund da, wird jedoch in der Zukunft am immer weiter regulierten Finanz­markt in dieser Größenordnung nicht konkurrenzfähig sein. Daher ist es geboten, sich jetzt nicht aus wirtschaftlicher Not sondern aus strategischen Überlegungen nach einem Fusionspartner wie der ca. 20-mal größeren Sparkasse Saarbrücken umzusehen.
Da die Fusion in der öffentlichen Wahrnehmung eher eine Übernahme bedeuten wird, hat die SPD Fraktion einige Eckpunkte festgelegt, die in den Verhandlungen zu beachten sind. Dazu gehören neben Arbeitsplatzgarantien auch die Vermeidung von Stellenverlagerungen aus Völklingen heraus. Kontraproduktiv wäre es, einerseits Rathausmitarbeiter in die Innenstadt umzu­siedeln und gleichzeitig Sparkassenmitarbeiter nach Saarbrücken zu verlieren.Völklingen bietet mit der im Eigentum befindlichen Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse in der Bismarckstraße gute Standortbedingungen.


Ebenso ist es für die SPD Fraktion wichtig, die Filialversorgung in den Stadtteilen sicherzustellen. Die Fusion darf nicht dazu dienen, sich als Platzhirsch aus der Fläche zurückzuziehen. Selbstver­ständlich legt die SPD Fraktion einen großen Wert darauf, dass die fusionierte Sparkasse die Ent­wicklung der Stadt weiter mitträgt durch die Ausschüttung des Sparkassenüberschusses und Be­teiligungen an städtischen Gesellschaften wie der GWIS (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Innovation und Stadtmarketing, 61% Stadt, 9% Stadtsparkasse) und der SEV (Stadtentwicklungs­gesellschaft Völklingen, 92% Stadt, 8% Stadtsparkasse).
Daneben fordert die SPD eine Vertretung der Stadt Völklingen im Verwaltungsrat und im Kreditaus­schuss. Das Produktangebot der Kunden darf selbstverständlich nicht verschlechtert werden.


Die SPD erkennt die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Stadtsparkasse an. Nicht zuletzt hat die Stadtsparkasse immer damit geworben, „gut für Völklingen" zu sein. Sicher wären die Fusions­bestrebungen – und der damit verbundene Verlust der eigenen Stadtsparkasse – leichter zu ver­mitteln, hätten die Bürgerinnen und Bürger nicht die durch Unfähigkeit und Verantwortunglosigkeit verursachte Schieflage der eigenen Stadtwerke vor Augen.